Samstag

Es ist komisch. Normalerweise bin ich Gegner von dem gewohnten alltäglichen Trott, der mir tagtäglich aufs Neue begegnet und den ich verabscheue. Routine. Aber ist gibt feste Bestandteile, Routinen, die ich nicht missen möchte: Die Pausen-Routine, die wöchentliche Moritz-Routine, Besuch vom Cousin mit Kaffee und sonderbaren Aktionen, die samstägliche Videothek-Routine.Wiederkehrende, wunderbare Routine...

Nicht letzten Samstag...

Ich war deprimiert und niedergeschlagen. Ich schlurfte lustlos durch die Gänge, streckte meine Hand aus, stockte, zog sie wieder zurück, nahm einen Film in die Hand, den ich gut fand, klemmte ihn mir unsicher unter den Arm und schlurfte weiter. Fehlender Enthusiasmus. Fehlendes unfehlbares Urteil, gepaart mit einem Lächeln, das zuverlässiger nicht sein kann. Daran lag's. Ich fackelte nicht lange, wurde ungeduldig, trieb meine Mutter an, schaute seufzend auf die Uhr. Ich hatte kaum Gefühl mehr in mir, glaube ich.  Ein bisschen Ungeduld, vermengt mit Wut. Das Verhältnis einer winzigen Pistazie in einer unlöffelbaren Pfütze Eiscreme. Ich wollte noch weg an dem Abend. Ich wollte die Filme nur, weil ich sie haben wollte, nicht um sie zu sehen, nur um da zu sein, wie jede Woche. Die wöchentliche Routine. Aber da war nichts von Routine. Schulterhohe Regale über die man zum Thresen schielen kann, dunkelbrauner Fußboden, den man anstarren kann, um nicht andere anzustarren. Gewohnt. Aber der Vorgang, der Verlauf, die waren anders. Ich lächelte einfach nicht. Ich scherzte nicht. Ich war nur da und das irgendwie leer. Ein Faktor fehlte. An dem Abend saß ich Zuhause. Mir fiel die Decke auf den Kopf. Ich war niedergeschlagen. Aber anstatt ins Cadilac zu fahren, ging ich ins Bett, weil ich einfach keine Energie hatte, die mir meine Routine sonst immer gab. Ich war enttäuscht und verwirrt, kaputt. Ich machte mir Sorgen um meine Routine und die mache ich mir immer noch. Am Samstag weiß ich mehr. Ich hoffe auf das seichte Lächeln. Auf meinen persönlichen Samstags-Antrieb, meine Routine.

30.11.09 16:09, kommentieren

Tussi

Ich stehe in letzter Zeit unglaublich auf Handcreme. Und letztes Wochenende habe ich mir aus dem Affekt heraus einen lila Lidschatten gekauft, weil auf dem Lidschatten Rentiere eingestanzt waren. Für Weihnachten. Ich bin wütend darüber, dass ich meine Nägel nicht lackieren Kann, weil die haut am Daumennagel so hässlich eingerissen ist und ich will nicht, dass sich das irgendwie entzündet. Ich bin letzte Woche die Wände hochgegangen, weil ich Desperate Housewives nicht gucken konnte und ich vergessen habe Papa anzurufen, damit er mir das aufnimmt. Gestern Abend bin ich sie wieder hinuntergeklettert, weil ich Desperate Housewives im Internet gesehen habe. Ich bin unzufrieden mit meinen Haaren. Ich liebe Frauenfilme!

Aber ich lese die Posaune mit Begeisterung, brülle durch die Gegend und fluche wie ein Weltmeister. Ich finde Unmengen von Schuhen wunderschön, würde mir sie aber niemals kaufen, weil es keine Chucks oder Vans sind. Alle meine Chucks sind vergammelt, dreckig und kaputt, meine Vans auch und trotzdem kann ich mich nicht von ihnen trennen. Meine Klamotten passen selten zusammen und obwohl ein roter Minirock von H&M in meiner Kommode liegt, bevorzuge ich die weite Gammeljeans von C&A. Ich gehe nie ohne Kapuzenpulli aus dem Haus!

Manchmal habe ich das Gefühl, ich wäre eine Tussi, aber dann betrachte ich mich und meine oftmals kaputten Klamotten im Spiegel und bin froh darüber, dass ich es nicht bin. In mir stecken Tussizüge, aber die stecken in jedem und solange man keine Vollbluttussi ohne Charakter ist, geht das auch total fit.

 

Produkt einer langweiligen Freistunde, um Zeit totzuschlagen.

2 Kommentare 25.11.09 10:58, kommentieren

Entweder oder

Der Geruch von Aprikosenjoghurt steigt mir in die Nase. Der Rechner summt verführerisch und die langweilige blaue Schrift auf dem weißgraunen Klimaschutzpapier flimmert wütend tanzend. Ich kneife die Augen zusammen und versuche mich zu konzentrieren, doch es ist spannender dem Vogel beim Fressen zuzusehen. Es ist spannender auf meine weiße Wand zu starren, auf die dreckigen Rollos, auf meine denkende Denker. Nützlicher wäre es für die morgige Biologieklausur zu lernen oder die Englisch-Hausuafgaben zu machen. Stattdessen springe ich auf und lege eine Schicht Make-up auf. Ich werde mit zu meinen Großeltern fahren und danach in die Videothek, aber als ich das Cremerouge auf meine Wangen gebe, komme ich zur Besinnung. Wer nicht lernt, bekommt auch keine guten Noten und wer keine guten Noten bekommt, der bekommt kein Abi, und wer ken Abi bekommt, der- Da sieht man es doch schon! Entweder eine Stunde für die Fotosyntheseöesitung von Sonnen- und Schattenpflanzen opfern oder gammeln und die Zukunft in den Sand setzen? Würde ich es nicht so drastisch formulieren, würde ich niemals meine Bio-Mappe in die Hand nehmen... Ich mache mich also nun ans Werk... Nachdem ich noch ein wenig meiner Kreativität freien Lauf lasse.

1 Kommentar 22.11.09 18:52, kommentieren

Ein Freund namens Mr. Tee

Laban. Das ist keine Stadt irgendwo in der Mitte eines fernen Landes. Das ist einfach bloß die umgedrehte Variante des Wortes "banal". Eine Freundin von mir feierte eines Tages den Tag der Banalität. Man weiß auch nicht so genau warum, denn irgendwie hat doch jeder Tag etwas Banales. Banales... Banane. Am Donnerstag hat Nina Bananen mitgebracht. Die waren lecker. Ein paar Minuten nach meinem Bananenverzehr habe ich einen Bio-Test geschrieben. Ja, liebe Kinder, auch in der Oberstufe schreibt man noch idiotische Tests. Test, 1, zwo. Einszwo. Dendemann, die Beginner, das Bo... das waren noch Herrschaftszeiten. Herrschaftszeiten nochmal! Herrschaftszeit. Herbstzeit. Da ist's kalt draußen, aber das Bunte ist beim Laufen schön anzuschauen. Wie lange läuft man von mir bis noch Wechloy? Ach, ich befrage GoogleMaps. Der weiß sowas. Ich weiß, dass ich Tee möchte. Pfefferminztee bei offenem Fenster und rauschenden Autos. Berauscht bin ich auch. Aber wovon?

Wer weiß, vielleicht vom Pfefferminztee.

6.11.09 15:36, kommentieren

Nochmal von vorn

Das Kalte dadran

Es gibt vieles, das man mit Kälte in Verbindung bringt, was kalt ist, was einen kalt macht, in beiden Sinnen... Kälte Hände zum Beispiel. Ein Anzeichen dafür, dass der Blutdruck zu niedrig ist. Auch ein Anzeichen dafür, dass es draußen kalt ist oder drinnen, wenn man die Heizung nicht anschalten möchte. Kälte wird auch meistens mit Herbst und Winter in Zusammenhang gebracht, was mit Sicherheit richtig ist, denn in den kalten Jahreszeiten sind wir schließlich eingepackt in gemütlichen Pullovern und warmen Jacken, damit wir nicht frieren und damit die Kälte von unseren Körpern wegbleibt. Im Gegenzug zur körperlich gefühlten Kälte, gibt es auch die emotional gefühlte Kälte. Jemandem die kalte Schulter zeigen. Abgehobene Arztfrauchen zeigen einem die kalte Schulter, Menschen, die man nicht kennt, die einem aber damit irgendwie einen Tritt verpassen. Warum gibt es so wenige Menschen, die mit einem warmen Lächeln die Kälte aus den Herzen der Menschheit vertreiben? Es gibt Menschen, die versuchen dies sogar, aber bei einigen funktioniert dies eben nicht. Wer lächelt, aber trotzdem einen kalten Blick hat, meint es nicht ehrlich. Aber auch  eigentlich Freunde oder Familienmitglieder können plötzlich "kalt werden". Zum Biespiel wenn sie nur so tun, als ob sie noch gerne bei einem wären. Ich bin ein großer Freund von Herbst und Winter, von kühlen Temperaturen und einer gewissen Distanz zwischen Menschen, aber Kälte geht mir wahrhaftig gegen den Strich.

2.9.09 19:17

Ich musste den Eintrag nochmal hochladen, weil irgendein Asi mich seit Wochen zuspammt auf dem Ursprungseintrag. Ich hoffe durch diesen Re-Upload hat der Kack ein Ende >_< Ich hasse sowas. Wirklich.

2 Kommentare 3.11.09 19:51, kommentieren

Confusion in my mind

That's what you get when you let your heart win.

Ich frage mich nur was. Was bekomme ich, wenn ich mein Herz gewinnen lasse? Wovor habe ich eigentlich Angst? Worüber mach ich mir Gedanken und warum habe ich stets diesen Gemütszustand? Ich habe noch anderthalb Jahre. Dann ist's vorbei mit dem Firlefanz, mit dem Lotterleben. Dann muss ich mich endlich entscheiden. Aber wofür? Zwischen was? Komisch. Im Herbst fühle ich mich immer so geborgen, aber die obligatorische Herbst/Winter-Depression macht vor mir trotzdem nicht Halt. Ich sehe glückliche Menschen, die mir aus ihrem großartigen Leben erzählen und ich lächle mit ihnen, weil ich sie liebe und ich mich aufrichtig für sie freue. Aber eine der tausend Stimmen in meinem Kopf, ihr Name lautet Envy, flüstert mir Dinge zu, die ich nicht hören will. Warum hast du nicht so ein tolles Leben? Alle sind glücklich und du bist mürrisch? Was machen die richtig, was machst du falsch? Ich hasse diese Stimme. Ich höre sie viel deutlicher als die, die mir von meiner Zukunft erzählen wollen, mich darauf aufmerksam machen wollen, was ich tun muss. Am Ende des Tages, wenn die glücklichen Menschen von dannen ziehen lässt Envy sich überschatten von den Stimmen, die mir Angst machen wollen. Und ich lasse sie durchbrechen wie das blendende Sonnenlicht... durch die schützende fluffige Wolkendecke meiner Gedanken. Bald sitzt ihr nicht mehr wöchentlich beisammen. Du schaust ihm nicht mehr beim Kaffeetrinken zu und du musst dich fortan mit dir selbst über Musik unterhalten. Jester und L werden seltener von ihrer meterdicken Staubschicht befreit. Die Abende werden trister, der Spaß zieht von dannen. Dir wird etwas fehlen. Etwas wichtiges. Etwas wunderbares Gewohntes... Sie wissen es und lassen es mich spüren. Und im Hintergrund all dieser Stimme schlägt das Herz seinen gewohnten traurigen Rythmus. Das einzige, was sich niemals verändern wird. Aber diese wunderbahre Gewohnheit wird überschattet durch das Stimmengwirr wie die Ansagen am Bahnhof. Und diese Stimmen werden die ersten sein und ich werde nicht erfahren, was ich bekommen würde, wenn ich mein Herz gewinnen ließe.

Niemals?

2 Kommentare 2.11.09 20:24, kommentieren

Der Kampf der Zukunft

Einmal 11, zweimal 10, einmal 8, einmal 7.

Und dann 3?

Von einer 3 runter auf eine 5?

Ich verstehe Schule nicht. Ich tu es einfach und weiß nicht einmal wofür, weil ich die Zukunft nicht vor Augen habe, weil ich sie auf mich zu schweben lassen. Mag sein, dass sie irgendwann beschleunigt und an mir vorbeirauscht und ich ihr nur noch sehnsüchtig hinterhersehen kann.

Mag sein. 

Aber die Zukunft ist und bleibt die Zukunft und ist unvorhersehbar, unberechenbar. Sie kommt, aber sie bleibt nie. Manchmal würde ich gerne einen Zeitsprung machen um zu sehen, wofür ich das alles eigentlich mache, was meine Aussichten sind. Wofür lerne ich tagtäglich? Für was ertrage ich die Kopfschmerzen und die ständige Müdigkeit? Wofür nehme ich es in Kauf keine Freizeit zu haben? Was erreiche ich damit? Alles? Nichts? Ich kämpfe für etwas, aber ich weiß nicht wofür. Ich weiß es einfach nicht. Ich kämpfe lustlos und ohne ein konkretes Ziel. 

Leider.

2 Kommentare 23.10.09 19:43, kommentieren